altholz bei baldwald

Was tun mit all dem Altholz?

Der neueste Trend: Bill Gates lässt Bäume vergraben

Das kalifornische Unternehmen Kodama vergräbt "Baumreste" (was immer das meint) um deren Zersetzung zu verlangsamen und so CO2 zu binden. Bill Gates unterstützt das Unternehmen über seine Stiftung. [Quelle 1].

▶ Auch andere Verfahren werden erprobt: Altholz in Salzlacken legen, Lagerung von Bäumen in gefrorenen Standorten oder auch in oberirdischen Unterständen. Der Plan ist die teils enormen Mengen an anfallenden Bäume und Biomasse (für Kalifornien werden rund 56 Millionen Tonnen pro Jahr genannt) kostengünstig so zu lagern so dass eine Freisetzung des in Bäumen gespeicherten Kohlenstoffs (ca. 50% der Baummasse) vermieden wird. [Quelle 1].

▶ "1 Milliarde Tonnen Biomasse sollen auf diesem Weg in den kommenden Jahren aus US-Wäldern entfernt werden. Die Investoren lassen tiefe Gruben anlegen und versenken dort das Altholz. Von der US-Forstverwaltung gibt es schon grünes Licht. Der Staat liefert also das Holz und die Multis vergraben es. Eine Nutzung in Möbel oder Baugewerbe ist nicht vorgesehen." [Quelle 2]

Unsere Vermutung: Werden solcherart Strukturen für Holzlagerung aufgebaut verlangen diese bzw. ihre Betreiber schon bald nach ständigem Rohstoff. Und so könnten sehr schnell auch Bäume in der Erde versenkt werden die eigentlich noch eine gute Zeit wachsen und gedeihen könnten.



altholz
Foto: In BALDWALD wird Altholz manchmal auch gestapelt. So bietet es für einige Tiere einen Lebensraum, bietet Windschutz und das Altholz düngt durch seine Zersetzung den Waldboden. Hier ein Altholz-Stapel bei den Ulmen in BALDWALD ZWEI.

Alternative 1: Altholz bleibt im Wald

Aufgeräumter Wald oder Wildnis - das ist in der Praxis oft die Frage die einander gegenüberstehen. Mit dem Argument der Feuerprävention wird vielfach ein aufgeräumter Wald ohne leicht brennbarem Altholz verlangt. Dabei werden den Wäldern aber auch Nährstoffe entzogen und es liegt auf der Hand dass dies seine Entwicklung bremsen wird.

Zudem ist Altholz der Mittelpunkt neuen Lebens: "Totes Holz ist .. Lebensraum für zahlreiche Lebewesen... Es speichert außerdem viel Feuchtigkeit und wirkt somit kühlend an heißen Sommertagen." (siehe auch [4])

Immer wieder Diskussion gibt es um das Thema Holz im Wald sammeln (welches ja in der Regel Altholz ist). Stand Heute ist dass Feuerholz sammeln nicht mit Pilze sammeln gleichgesetzt wird. "Für diese (Pilze) sei das Sammeln in Kleinhaushaltsmengen – für eine Mahlzeit – erlaubt. „Dies gilt jedoch nicht für Feuerholz“, ... Wie die Tagesschau berichtet, sehen Förster:innen immer wieder Menschen, die trockenes, am Boden liegendes Holz sammeln und mitnehmen. Doch auch das sei laut Nicole Fiedler, NRW eine Straftat, die vielen nicht bewusst sei." (Quelle [5]

Alternative 2: Nutzung statt Lagerung von Altholz

Gegen diese Lagerung von Bäumen steht ihre Nutzung. Die Entwicklung des Holzständerbaus hat hier eine entscheidende Bedeutung, da dabei größere Mengen Co2 im Altholz langfristig gebunden werden. Faustformel: Ein Kubikmeter Holz bindet eine Tonne CO2. Aber der Holzbau verlangt bestimmnt Hölzer (Zypresse, Zeder, Weißkiefer, .. [Quelle 3]) in hoher Qualität und fördert den Anbau dieser in Plantagenform.

▶ Allein unter CO2 Einsparungssichtweise sind diese für den Holzbau vorteilhaften, schnell umtriebigen Plantagen von Vorteil, da in der Hauptphase ihre Wachstums die CO2 -Speicherung am höchsten ist. Und vor Abnahme des Zuwachses wird schon "geerntet". Da jedoch die Bodenbearbeitung zur Neupflanzung wieder Kohelnstoffe aus dem Boden freisetzt ist die reine CO2 Betrachtung komplizierter. Unter dem Blickwinkel Artenreichtum und Biologische Vielfalt sind diese Plantagen aus einer Baumart eine Katastrophe.


Grundsätzliches zum Thema Altholz

▶ Mit "Altholz" meinen wir hier das abgestorbene Holz im Wald. Andere meinen mit Altholz Siedlungsabfälle, also Reste einer Verarbeitung und Nutzung von Holz. Wiederum Andere (z.B. die Forstwirtschaft) benennen hiebreife Waldbestände, also gesunde Bäume die aber gefällt werden sollen, als "Altholz". Abgestorbenen Bäume des Waldes werden hier meist als "Schadholz" bezeichnet, ein vielleicht etwas unglücklicher Begriff, denn wem schadet dieses Holz?

▶ Allein die Mengen dieser dem Wald zusätzlich, also neben dem eigentlichen Einschlag entnommenden Hölzer sind enorm.
Zwei Beispiele: Die sog. Siedlungsabfälle aus Holz werden deutschlandweit mit ca. 9 Mill. Tonnen (davon ca. 2 Mill. Tonnen importiert!) beziffert. Überwiegend werden sie verbrannt, wodurch die EU-Abfallhierarchie (die Verbrennung als die zweitschlechteste Verwertung von Holz klassifiziert) missbeachtet und nicht umgesetzt wird (siehe auch Quelle 7)). Und die sog. Schadholzmenge, also das im Wald befindliche abgestorbene Holz, wird im Volumen mit etwa 170 Millionen Kubikmeter (für 2019, Borkenkäferbefall) europaweit angegeben, was in etwa einer Waldfläche in der Größe des Saarlandes entsprechen soll. (Quelle 6).




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Quellen
[1]: www.heise.de/hintergrund/Baumreste-vergraben-Start-ups-arbeiten-an-dieser-Art-der-CO2-Speicherung-7397395.html
[2]: www.eike-klima-energie.eu/2023/10/08/baeume-sind-keine-klima-loesung-bill-gates-will-holz-lieber-vergraben/
[3]: www.bohnholzbau.de/holzbau-oberursel-frankfurt-main/holzbau-holzarten/1636/
[4]: www.waldhilfe.de/totholz-im-wald/
[5]: www.utopia.de/ratgeber/feuerholz-aus-wald-keine-gute-idee/
[6]: https://eu-recycling.com/Archive/29359
[7]: https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/biooekonomie/220706_infopapier_altholz_pdf.pdf
[8]:
https://www.holzbauwelt.de/energiesparen/co2-neutrales-bauen.html
[9]: https://www.holzbau-deutschland.de/mit_holz_bauen/holzbau_und_klimaschutz/co2_verbrauch_in_zahlen/
[10]: https://www.bauunternehmen-zimmermann.de/downloads/oekobilanz.pdf

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