Fressen Tiere Bäume?

Nicht alle Tiere - aber Einige zu gern. Es gibt sehr viele Tiere die mit den jungen Bäumen gut in Eintracht leben. Aber: es gibt auch Tiere die - gerade die jungen - Bäume als Nahrung lieben und sie dann teils auch zerstören. Dazu mehr nun hier.

 


▷▷ Gegen die Rehe und Wildschweine sind die Neuanpflanzungen mit einem Zaun eingezäunt der ca. 1,60 Meter hoch. Diese Höhe sollte reichen. Obwohl wenn ein Reh will und etwas Anlauf nimmt die 1,60 Meter kein Problem wären - und Rehe sind sehr häufig und sehr viele zu sehen. Mein Eindruck ist dass bisher keine Rehe in den jungen Wäldern war - aber sicher bin ich mir nicht. Es gibt einige "verbuschte" junge Bäume die eigentlich auf einen Rehfrass hindeuten.

 

eingangspforte zum patenwald BALDWALD EINS▷▷ Im Zaun bei BALDWALD gibt es Eingangstore durch die die Paten und Patinnen den Wald betreten können. Das ist etwas ungewöhnlich und wird üblicherweise so nicht gemacht, ist hier aber Absicht. Das Risiko ist jedoch hoch: Wird einmal bei einem Besuch vergessen die Pforte gut zu schliessen können insbesondere Rehe die Anpflanzung in wenigen Tagen völlig vernichten indem sie die lebenswichtigen Knospen der jungen Bäume - und die schmecken ihnen gut - abfressen. Die Bäume sind dann verloren. Wichtig ist es deshalb die Pforte sicher und immer wieder gut zu verschliessen. Der Zaum selbst wird erst nach 10 bis 15 Jahren beseitigt denn dann sind die Bäume nicht mehr vom Wildfraas gefährdet.

 

verwachsener kaninchenverbiss an jungen Bäumen▷▷ Gegen die Kaninchen und Hasen hat der Zaun im unteren Bereich engere Maschen so dass sie dort nicht durchkommen können bzw. sollen. Zudem soll der Zaun im Boden etwas verankert werden. Doch in der Praxis ist es schwer da Kaninchen und Hasen gern unter dem Zaun einen Gang wühlen. Bisher ist das nur selten vorgekommen. Meist verwachsen die Kaninchenverbisse recht schnell und gut.

 

wildaschweine im jungen wald▷▷ Wildschweine haben jedoch schön öfters einen Weg unter dem Zaun zu den Bäumen gefunden. Mein Eindruck: Es schadet den jungen Bäumen kaum wenn die Wildschweine bei der Futtersuche den Boden durchwühlen. Sie fressen keine Bäume. Es könnte sogar gut für etwas Auflockerung des Bodens sorgen und die unterirdischen Scheermäuse (dazu mehr unten) vertreiben.

 

wespen fressen eschenrindewespen fressen junge bäume▷▷ Aber Wespen fressen Bäume: In BALDWALD ZWEI war 2014 zu beobachten wie Wespen die Rinden der jungen Bäume - speziell der Eschen - zum Nestbau nutzten und so einige dieser Bäume tatsächlich extrem geschadet haben. Wenn sie die Rinde rundherum durchgängig abgenagt hatten war die Wasser- und Nährstoffversorgung des Bäumchens unterbrochen und der Trieb starb ab. Das sah dann schon verheerend aus. Doch der besuch der Wespen war bisher einmalig. Inzwischen ist die Eschenrinde scheinbar so hart dass sie für Wespen nicht mehr nutzbar ist. (Bild links: Wespen fressen am jungen Eschenstamm. Bild rechts: Wespenschaden am Eschenstamm.)

 

▷▷ Gegen die Mäuse ist es schon etwas schwerer. Da sind zum einen die Mäuse, die am Stamm die Rinden annagen. Es sind entweder die "Erdmaus" oder auch die "Rötelmaus". Bisher habe ich bei baldwald nur vereinzelt angenagte Rinden festgestellt, an einigen Bäumen jedoch auch so massiv dass diese sich nicht mehr erholt haben. (Durch die Rinde und die darunter liegenden Schichten wird der Baum ja mit Flüssigkeit und Nährstoffe von den Wurzeln her versorgt). Da diese beiden Mausarten sich auch viel oberirdisch bewegen, haben die immer wieder anzutreffenden Greifvögel - unterstützt durch die beiden gebauten Sitzstangen ("Julen") - diese Mäuse scheinbar schon gut dezimiert. Der Mäuseschiutz durch Greifvbögel funktionierte jedoch nur in den ersten Jahren, als diese noch einen freien Blick auf den Waldboden hatten. Inzwischen können die Mäuse sich leider gut unter einer dichten Grasnabe und dem Laubdach der Bäume vor den Blicken der kreisenden Greifvögel verstecken.

 

frischer bau der Scheermausbaumschaden durch scheermausfraas-2▷▷ Ganz anders jedoch stellt sich die Situation mit der "Schermaus", auch "Große Wühlmaus" oder "Wollmaus" genannt, dar. Diese nicht mehr am Wasser lebende Typ der Scheermaus lebt ausschließlich unterirdisch und ernährt sich von frischen Wurzeln. Hier haben die neuen Bäume gute Nahrung geliefert. Einen Schaden erkennt man daren, daß der Baum schräg steht und mit wenig Kraft aus der Erde gezogen werden kann. (Bild links: frischer Bau der Scheermaus. Bild links: Junger von der Scheermaus abgefressener Baum.)

 

baumschaden durch scheermausfraas▷▷ Häufig sind die Schäden der Schermaus anfangs nicht so offensichtlich, da noch ein Teil der Baumwurzeln intakt ist. Der Baum steht und wächst - aber eben langsam. Jedoch steht er dann nach beiniger Zeit schräg und wackelig da und kann leicht aus dem Boden gezogen oder mit einer Stütze aufgerichtet werden. Ich habe den Eindruck ca. 300 bis 500 Bäume bei BALDWALD haben mit dem Frass der Schermäuse zu kämpfen; Einige davon habe ich wieder aufgerichtet und den lockern Boden im Wurzelbereich fest angetreten. Mal sehen ob die Scheermäuse sie in Ruhe lassen. Die Vorarbeiten des Bodens - besonders die Tiefenlockerung bei BALDWALD EINS hat es den Schermäusen auch sehr einfach gemacht im Boden ihre Gänge zu bauen. Bei BALDWALD ZWEI wurde deshalb auch auf diese Bodenvorarbeitung verzichtet. (Inzwischen wurden einige Schermäuse gefangen. Details dazu werde ich hier nicht weiter beschreiben. Wen es unbedingt interessiert der möge sich einfach melden. (Bild: Scheermäuse schaden auch älteren Bäumen.)

 

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