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Zum Baum des Jahres 2017 wurde die Fichte erkoren.

Doch "eigentlich ist die Fichte ein Baum der Taiga. Sie wäre – ohne Zutun des Menschen – eher eine regional sehr begrenzt vorkommende Waldbaumart, die es in den allermeisten Bundesländern gar nicht gäbe...". Quelle

 


▷▷ Die Preisgeber schreiben selbst: "... die Fichte polarisiert. Für die einen ist sie der Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft, für die anderen der Inbegriff naturferner Monokulturen. „Man kann zur Fichte stehen wie man will – dennoch haben wir ihr einiges zu verdanken.“ sagt Wodarz von der Stiftung die den Preis vergibt.

(Foto: By Nasenbär [CC BY-SA 3.0 de, CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons)

 

Und die Baumkönigin 2017 - Anne Bente Schnoor - schreibt: "Tut alles, um die Klimaveränderung zu stoppen - Pflanzt auch Fichten, damit diese auch in Zukunft für die nächste Generation einen Platz in unseren Wäldern haben wird.”

 

▷▷ "Weil speziell die Gemeine Fichte pro Baum sehr viel Nutz-Holz liefert (ca. doppelt so viel wie Buchen), wurden Fichten seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland und Mitteleuropa verstärkt im Wald angepflanzt. Das einseitige Aufforsten der Wälder mit Fichtenbäumen, oft an völlig unpassenden Standorten, hat jedoch wesentlich zum sog. Waldsterben beigetragen, einem Sammelbegriff von unterschiedlichen Schadensursachen und Schäden in Wald-Gebieten. Ursache sind die bekannten Nachteile einer Monokultur mit Nadelbäumen wie z.B. die Übersäuerung der Böden sowie die verstärkte Anfälligkeit für Schädlinge, Windbruch und Sturmschäden." Quelle. (Bild: SergeyYanchevskii / Pixabay)

 

▷▷ Die sehr guten industriellen Verarbeitungsmöglichkeiten des Fichtenholzes sind ein weiterer Grund für ihren Aufschwung im deutschen Wald: "... Und es wurde ja schon erwähnt, dass seine überaus gute Eignung als Bau- und Konstruktionsholz, als Möbelholz und auch als Rohstoff in der Papierindustrie ein entscheidender Grund war, warum die Fichte seit dem Beginn des Industriezeitalters und bis heute zum Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft wurde. Auch bei den moderneren Holz-Verarbeitungsformen wie Press-, Span- und Sperrholzplatten wird im hohen Maße Fichtenholz verwendet." Quelle. Und die Papierindustrie setzt nach: „Die Branche will sich weiterhin für eine Erhöhung des Anteils an Fichten auf geeigneten Standorten einsetzen ..." N24, 2017

 

▷▷ Wo ist das Problem? Die Fichte beherrscht die deutschen Wälder massiv - obwohl sie hier gar nicht hingehört: Rund 26% des Waldes sind Fichtenwälder; davon wiederum ca. 30% reine Fichten-Monokulturen (Quelle). Der vielgepriesene Umbau der Fichtenmonokulturen zu Laub- oder zumindest Mischwälder (bei dem meist Laubbaumarten wie die Buche unter einen reduzierten Alsfichtenbestand gepflanzt werden) steckt noch in den Kinderschuhen. Der Flächenanteil der Fichte wurde so in den letzten 25 Jahren gerademal um rund 450.000 Hektar verringert, das sind nur ca. 15% der Gesamtfichtenfläche Ende der 80ziger Jahre (etwas über 3 Mill. Hektar). Wenn das Tempo des Waldumbau so bleibt brauchen wir also noch Generationen um den ursprünglichen und natürlichen Waldzustand in Deutschland wiederherzustellen. (Zahlen für die eig. Überschlagsrechnungen hier von wikipedia).

Kahlschläge in einigen Fichtenwälder Deutschlands (z.B. im Nationalpark Eiffel; hier die mehrfache Kritik vom Förster Peter Wohlleben an diesen Kahlschlägen) sind wohl nicht die Alternative.

 

▷▷ Die Langweiligkeit der Fichtenwälder ist überwältigend: Dort geht niemand spazieren. Leider werden diese Eigenarten der Fichtenwälder kaum irgendwo thematisiert. Auch der wikipedia-Eintrag zur Fichte liefert keinen kritischen Hinweis - dabei gibt es sie vielfach, z.B. hier: "Da Woid is‘ unser Hoamatland – Zur Kritik am Heimatgefühl des Waldlers" oder auch hier: "Fichtenwälder langweilen aber nicht nur durch ihre Monotonie, sie bremsen zudem die restliche Flora. Denn wegen ihres dichten Kronendachs können diese immergrünen, schnell wachsenden Forste nicht für ausgewogene Lichtverhältnisse sorgen. Im Fichtenwald wachsen vor allem Fichten nach, ..." http://www.br.de/..

 

Und zum Schluss dieser Seite noch Positives zur Fichte:

 

▷▷ Die Fichte hat ihre Eigenarten: Die Christen haben ihn früher gern als Weihnachtsbaum genutzt. Fichten werden zudem wegen der Inhaltsstoffe ihre Harze, Nadeln und Zweige traditionell in der Volksmedizin als Heilpflanze verwendet - sei es als Bonbons, Branntwein (Fichtennadel-Franzbranntwein), Fichtennadelhonig, Fichtennadellikör, ... Dampfbäder mit Fichtennadeln kommen zum Einsatz bei Kiefer- und Nebenhöhlen-Entzündungen. Als Duftpflanze findet der Fichtenbaum .. auch in der Aromatherapie und als Räuchermittel oder Fichtennadel-Tabak Verwendung. Zwei Produktbeispiele:

 

Fichtennadel Öl sibirisch 100 % naturreines ätherisches 10ml für 3,69 Euro. Wesentlich günstiger die zehnfache Menge:

 

Fichtennadelöl naturrein ätherisch 100 ml für 16,- Euro.

 

▷▷ Da der Ausdruck "Fichten-Moped" umgangssprachlich manchmal für Kettenmotorsägen genutzt wird ist es nachvollziehbar dass sich ein Infoportal für Motorsägen eben FICHTEN-MOPED nennt und ein Song "Fichtenmoped" (hier der Song bei youtube) ebenso heißt.

 

Hier die twitter-Meldungen zum Jahr des Baumes:

  #baumdesjahres-Tweets

 

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